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Bewegt bleiben trotz Rheuma PDF Drucken E-Mail

Rheuma_Auf_FLDiagnose Polyarthritis. Die Rheumaerkrankung kann das Leben eines Betroffenen völlig umkrempeln. Dabei könnte in vielen Fällen verhindert werden, dass das Leiden chronisch wird. Eine bessere Aufklärung für die Patienten ist der erste Schritt zu mehr Lebensqualität.

Wer ist Rheuma_Kreuz_FLbetroffen?

In Österreich sind etwa zwei Millionen Menschen von rheumatischen Erkrankungen und etwa 400.000 Personen von chronischem Nervenschmerz betroffen. Manchmal treten die beiden schmerzvollen Krankheiten sogar gemeinsam auf. Das Alarmierende an der Situation ist, dass auch die Zahl der Neuerkrankungen steigt: Etwa 3.000 Menschen erkranken in Österreich alljährlich an Polyarthritis, einer der schlimmsten rheumatischen Erkrankungen. In vielen Fällen könnte ein lebenslanges Leiden verhindert werden, wenn die richtige Behandlung früh genug erfolgt. Doch vielfach mangelt es an Informationen und Bewusstsein.

Prim. Dr. Peter Zenz, Vorstand am Wiener Otto-Wagner-Spital, Abteilung Orthopädie kennt den Leidensweg der Patienten. „Von der Erkrankung sind meist alle Gelenke fortschreitend betroffen“, sagt er. Sind die Gelenke bereits im fortgeschrittenen Maß abgenützt, ist die Operation meist der einzige Ausweg, um die Lebensqualität zu erhöhen. Der erfahrene Rheumachirurg hat jedoch festgestellt, dass dank moderner Medikamente wie Biologica die Zahl der Operationen an Hüfte und Kniegelenk, die häufigsten Rheuma-assoziierten Erkrankungen, in den letzten Jahren zurück gegangen sind.

Wie wird behandelt?

Aus chirurgischer Sicht gibt es Verbesserungen der Gelenksmaterialien. Dr. Peter Zenz: „Ein Gelenk hält heute mindestens 20 Jahre, die derzeit verwendeten Materialien weisen aber eine noch längere Haltbarkeit auf.“ Auch im Hinblick auf Operationstechniken werden in Zukunft weniger belastende Methoden auch in einem breiteren Einsatzgebiet angewendet. So etwa sind minimalinvasive Therapie oder neueste Navigation, also computerassistierte Chirurgie Perspektiven, die schonender sind und raschere Genesung ermöglichen.

Auch im Bereich der medikamentösen Therapie gibt es Neuigkeiten für all jene, die an rheumatoider Arthritis, und das sind immerhin 80.000 Patienten in Österreich, leiden. Anfang des Jahres wurde ein neues Medikament zugelassen, dessen Wirkstoff Tocilizumab im Rahmen eines umfassenden Studienprogramms mit über 4.200 Patienten überzeugen konnte. Fast jeder dritte Patient kann nach sechs Monaten mit einer Remission – also einem beschwerdefreien Zustand – rechnen.

Rheuma_Walking_FLRheuma und Sport?

Bewegung und Sport sind auch für Rheumapatienten sehr wichtig, nötigenfalls mit leichter Schmerztherapie. Dr. Peter Zenz: „Alle Bewegungen, die im Alltag nötig sind, sollten auch möglich und erlaubt sein; Bewegung und Sport sind sehr wichtig, nötigenfalls mit leichter Schmerztherapie. So etwa ist Nordic Walking eine ideale Sportart, sie entlastet die Gelenke – auf Sportarten mit hoher Sturz- oder Bruchgefahr sollte man aber eher verzichten.“ Daher eine Regel: Auf den Körper hören und bei aktuellen Entzündugen umschalten und eine schonendere Sportart wählen.

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